Den Grossteil meines Lebens als „Erwachsene“ habe ich damit verbracht, der Spur zu folgen, die ich mit 15 Jahren eingeschlagen habe. Matura mit Wirtschaftsfokus, Bachelor in Betriebs- und Volkswirtschaftslehre, Marketing-Master an einer guten Uni und nebenbei sowie danach Arbeit als Markenberaterin.
Weil sich meine Eltern in meinen Jugendjahren scheiden liessen, musste ich schon früh mein eigenes Geld verdienen. Ich schwor mir damals, dass ich finanziell nie von einem Mann abhängig sein würde, und dachte, dass eine Karriere die Lösung all meiner Probleme sei. Deshalb hatte ich mit 14 meinen ersten Job und habe neben der Schule und dem Studium durchgehend gearbeitet. Bis mein Austauschsemester in Kuala Lumpur kam.




Von Februar bis August 2023 durfte ich wunderschöne Monate in Südostasien verbringen. Weil unsere Kurse an der Uni jeweils nur von Montag bis Mittwoch stattfanden, hatten wir die Möglichkeit, fast jedes Wochenende zu verreisen. Zusätzlich kamen ein längerer Trip auf die Philippinen und nach Lombok (Indonesien) hinzu sowie ein Monat in Vietnam und Kambodscha nach dem Abschluss.



In diesem ersten Jahr habe ich zum ersten Mal erfahren, was es heisst, Zeit zu haben. Ich war zum ersten Mal nicht diejenige, die eine Einladung absagen musste, weil sie am nächsten Tag arbeiten musste. Und ich habe mich zum ersten Mal mit einem regulierten Nervensystem kennengelernt. In diesen Monaten habe ich mir versprochen, dass ich mein Leben nie wieder für CV-Bullets leben werde. Und dass ich in meinem Alltag mehr Zeit für wirklich Wichtiges schaffen will – für meine Freunde, meine Familie, meine Hobbys und für mich selbst.


Es dauerte dann nochmals fast zwei Jahre, bis ich dieses Versprechen umsetzen konnte. Im Sommer 2024 habe ich meine Stelle als Beraterin gekündigt und danach ein Jahr in meinem Traum-Corporate-Job bei einer Bank gearbeitet (ironisch, I know … aber was ich dort machen kann, finde ich einfach wirklich toll).
Im Oktober 2025 ist dann Stéphie’s Prototype entstanden. Ich glaube ganz stark daran, dass wir unser Leben etwas zu ernst nehmen und uns vor allem zu stark von unseren Ängsten leiten lassen. Wenn wir das Leben mehr wie Wissenschaftler:innen angehen, Hypothesen aufstellen und diese bewusst widerlegen wollen, sehen wir Scheitern nicht mehr als solches, sondern einfach als neue Information, die uns weiterbringt.


Genau so möchte ich mein Leben leben. Dinge ausprobieren, Fehler machen, etwas gegen die Wand fahren, um daraus zu lernen und mich selbst besser kennenzulernen. Ich dachte zum Beispiel, dass ich ein halbes Jahr reisen gehen möchte und mir vorstellen könnte, weit weg von meinen Liebsten zu leben – womit ich zum jetzigen Zeitpunkt richtig falsch lag (mehr dazu hier). Deshalb ist das hier einfach ein Ort für meine Erlebnisse und Erfahrungen, die ich spannend finde.
Schön bist du da 🙂
LG
Stéphie
